Yoga für die Verdauung: 5 Haltungen für einen ruhigen Bauch

YOGA FÜR DIE VERDAUUNG: 5 HALTUNGEN, DIE DEINEN BAUCH ATMEN LASSEN

Tina Raab über sanftes Yoga für eine gesunde Verdauung

Dein Bauch ist schwer. Er drückt, er zwickt, er fühlt sich an wie zu. Du würdest am liebsten alles in Dir einmal durchpusten, damit es sich wieder leicht anfühlt. Und genau das ist möglich, sanfter, als Du denkst.

Dein Verdauungstrakt liebt Bewegung. Nicht das schweißtreibende Powerprogramm, sondern das ruhige, achtsame Sich-Bewegen. Wenn Du Dich bewegst, massierst Du Deine inneren Organe von außen, bringst Stockendes wieder ins Fließen und sagst Deinem ganzen System: Du darfst loslassen. Yoga ist dafür wie geschaffen.

5 HALTUNGEN, DIE DEINEN DARM IN BEWEGUNG BRINGEN

1. Der liegende Drehsitz (Supta Matsyendrasana). Leg Dich auf den Rücken, zieh ein Knie zur Brust und lass es sanft zur gegenüberliegenden Seite sinken, die Schultern bleiben am Boden. Diese Drehung ist wie eine kleine innere Massage für Deinen Bauchraum. Bleib ein paar Atemzüge und stell Dir vor, wie sich mit jedem Ausatmen etwas löst.

2. Knie zur Brust (Apanasana). Auf dem Rücken beide Knie umarmen und sanft heranziehen, leicht hin und her wiegen. Diese kleine, unscheinbare Haltung übt genau den sanften Druck aus, der hilft, festsitzende Gase zu lösen. Im Yoga steht dieser Name für das Loslassen nach unten, und genau das darfst Du hier.

3. Die Kindhaltung (Balasana). Knie auf dem Boden, Po Richtung Fersen, Oberkörper nach vorne ablegen, Stirn auf die Matte. Der sanfte Druck der Oberschenkel auf den Bauch beruhigt Deine Verdauung und Dein Nervensystem in einem. Die Stirn am Boden ist ein uralter Ruhepunkt. Bleib, solange es sich gut anfühlt.

4. Katze und Kuh (Marjaryasana-Bitilasana). Im Vierfüßlerstand abwechselnd den Rücken runden und sanft durchhängen lassen, ganz im Rhythmus Deines Atems. Diese fließende Welle weckt Deinen gesamten Bauchraum und bringt Leben in einen müden Verdauungstrakt.

5. Die sitzende Vorbeuge (Paschimottanasana). Beine lang nach vorne, dann mit dem Oberkörper sanft darüber sinken, ohne Ehrgeiz, ohne Ziehen. Diese Haltung faltet Dich sanft zusammen und unterstützt so die Verdauung. Es geht nicht darum, wie weit Du kommst. Es geht darum, dass Du loslässt.

DIE FRAU, DIE JEDEN MORGEN AUF DER MATTE LAG

Eine Klientin, nennen wir sie Lena, hat über Monate diszipliniert jeden Morgen ihre Verdauungs-Yogarunde gemacht. Und sie sagte mir frustriert: „Tina, ich mach doch alles richtig, warum hilft es nur kurz?" Sie dachte, sie würde versagen, dabei hatte sie nur die halbe Geschichte.

Das Yoga tat ihr gut, keine Frage.  Als wir endlich hinschauten, was in ihrem Darm wirklich aus der Balance war, ergab plötzlich alles Sinn. Das Yoga wurde dann zu dem, was es sein sollte, ein liebevolles Ritual, nicht ein verzweifelter Versuch, etwas zu reparieren.

BEWEGUNG IST EIN ANFANG, KEINE ANTWORT AUF ALLES

Diese Haltungen sind ein Geschenk an Deinen Bauch, und an manchen Tagen reichen sie auch. Doch sei ehrlich mit Dir: Wenn Dein Bauch ständig spannt, drückt und rebelliert, dann ist das mehr als eine Frage der Bewegung. Dann meldet sich etwas, das tiefer sitzt und gehört werden will.

Yoga kann Deine Verdauung wunderbar unterstützen, doch es ersetzt nicht den Blick auf die Wurzel. Genau dort begleite ich Frauen, ganzheitlich, auf allen Ebenen, Körper, Geist und Seele. Über eine Stuhlanalyse schauen wir, was in Deinem Darm wirklich los ist, und finden einen Weg, der zu Dir passt.

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Ganz viel Freude,
Deine Tina

Höre bei allen Übungen auf Deinen Körper und gehe nie in den Schmerz. Bei Schwangerschaft oder gesundheitlichen Einschränkungen sprich vorher mit einer Fachperson.

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